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Condor Flugzeug der Muttergesellschaft Thomas Cook

Thomas Cook ist Pleite - Wichtige News und Geld zurück 



1. Achtung: Fishing Mails im Umlauf
Wie Thomas Cook mitgeteilt hat, versuchen inzwischen Internet-Betrüger über das Internet die Insolvenz für betrügerische Zwecke auszunutzen.
So sind inzwischen sog. Fishing-Mails im Umlauf, in denen Betroffenen eine Reisepreiserstattung in Aussicht gestellt wird, und zu diesem Zweck um Mitteilung von Kontodaten, EC-Karten-Daten oder Kreditkarten-Daten aufgefordert werden.
Bitte auf solche Mails nicht antworten und keinesfalls persönliche Daten herausgeben und schon gar keine sensiblen Bankdaten!

2. Gebuchte Reisen:
Thomas Cook hat für den Ausfall gebuchter Reisen einen neuen Stichtag genannt: Den 31.10. Oktober. Damit steht jetzt fest, dass alle bereits gebuchten Reisen bis dahin definitiv ausfallen.
Auf Nachfrage erfährt man jetzt bei den Hotelbetreibern vor Ort, dass die Reisen sogar bis zum 05.11. 2019 storniert wurden. Thomas Cook hat dies allerdings bisher nicht bestätigt, deshalb ist unklar, ob dieser Termin für alle Reisen gilt.

3. Geld zurück:
Wie bereits im Beitrag aus der 39.KW erläutert, sind Pauschalreisende gegen die Insolvenz des Reiseveranstalters grundsätzlich über eine Insolvenzversicherung abgesichert. Zum Abschluss einer solchen Versicherung ist jeder Reiseveranstalter gesetzlich verpflichtet. Im Fall von Thomas Cook hat die Zurich AG diese Absicherung übernommen.
Dokumentiert ist dies im sog. Sicherungsschein, den jeder Reisende bei der Reisebuchung ausgehändigt bekommt.

Fällt die Reise aus, erhält der Reisende im Idealfall den vollen Reisepreis zurück. Allerdings kann die Versicherung aufgrund einer gesetzlichen Regelung ihre Haftung auf 110 Mio. Euro beschränken. Im Fall von Thomas Cook reicht diese Summe bei weitem nicht aus. Berechnungen des Verbandes unabhängiger Reisebüros zufolge wären mind. 300-400Mio erforderlich.

Allerdings dürfte dies zunächst einmal das Problem der Versicherung sein, zumindest solange, bis der Topf leer ist.
Denn nach der einschlägigen gesetzlichen Regelung hat der Kundegeldabsicherer (so wird die Insolvenzversicherung im Gesetz genannt) den Anspruch unverzüglich zu erfüllen, wenn der Reisende Erstattung des Reisepreises verlangt. D.h. Die Ansprüche der Urlauber müssen sofort erfüllt werden. Die Versicherung kann also nicht erst einmal abwarten, bis klar ist in welcher Höhe Ansprüche geltend gemacht werden. Was allerdings passiert , wenn der 110 Mio Topf leer ist, ist fraglich. Hierüber gibt es bisher keine Erfahrungswerte, weil Insolvenzen dieses Ausmaßes im Reisegewerbe noch nicht vorgekommen sind.

Denkbar ist, dass die Versicherung die weitere Erstattung dann ablehnt, mit dem Argument, es sei kein Geld mehr da. Oder aber, es werden zunächst alle Ansprüche befriedigt und die Versicherung versucht sich anschließend bei den Reisenden über eine Rückforderung schadlos zu halten. Hier ist das letzte Wort allerdings noch nicht gesprochen.

Sicherheitshalber sollte man daher sobald wie möglich seine Erstattungsansprüche vorlegen. Die Insolvenzversicherung hat zu Abwicklungszwecken die KAERA AG beauftragt, zu erreichen über die Internetseite www.kaera.ag.de. Hierüber können die Erstattungsansprüche auch direkt online geltend gemacht werden. Allerdings ist derzeit bei der KAERA kein Durchkommen, weder telefonisch, noch über das angebotene Web-Formular. Ob es sich hier um eine temporäre Überlastung handelt oder dies ein Dauerzustand ist, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt schwer sagen.

Sie können Ihre Ansprüche aber auch ohne weiteres über einen Rechtsanwalt geltend machen, wenn Sie sich davon Vorteile versprechen.
Wir unterstützen bereits zahlreiche betroffene Reisenden bei der Durchsetzung ihrer Erstattungsansprüche.

4. Urlauber, die sich im Urlaubsgebiet aufhalten
Reisende, die schon im Urlaubsgebite sind, können ihre Reise bis zum geplanten Ende fortsetzen. Die Hotelpartner von Thomas Cook sollten inzwischen eine Kostenübernahmeerklärung durch die Insolvenzversicherung erhalten haben. Keinesfalls muss der Reisepreis an den Hotelbetreiber vor Ort nochmals bezahlt werden. Lassen Sie sich hier nicht in die Enge treiben, sondern setzen Sie sich mit der Zurich AG in Verbindung oder auch mit der Kanzlei Feyerke unter 02226/9181-39.

5. Weitere Infos
Für weitere Infos wenden Sie sich gerne an uns über die Telefonnummer 02226/918139 oder via E-Mail: info@a26cfa3a37cf4403b828e2a3551e8c9dkanzlei-feyerke.de


Thomas Cook GmbH hat Insolvenz angemeldet

Was sich schon seit längerem abgezeichnet hat, ist jetzt traurige Wirklichkeit geworden:

Der Reiseveranstalter Thomas Cook ist pleite. Nach dem englischen Mutterkonzern hat auch die deutsche Thomas Cook GmbH am 25.09. 2019 Insolvenz angemeldet.

Hunderttausende Urlauber sind derzeit von der Thomas Cook- Pleite betroffen, viele erreichte die Nachricht völlig überraschend während ihres Urlaubs.
Andere wiederum haben bereits eine Reise gebucht und bezahlt und fragen sich, wie es jetzt weiter geht.

Die Unsicherheit ist groß und die Wut ebenfalls.

Zumindest eine gute Nachricht gibt es inzwischen: Die Thomas-Cook Tochter Condor hält ihren Flugbetrieb aufrecht, dank einer Finanzspritze in Höhe von 380 Millionen Euro, ausgegeben von der Bundesregierung zusammen mit der Hessischen Landesregierung.

Zumindest die Rückreise der meisten Urlauber ist somit sichergestellt.

Trotzdem bleiben natürlich viele Fragen offen, die wir im nachfolgenden – soweit derzeit möglich- beantworten wollen:

1. Was passiert mit meiner bereits gebuchten Pauschalreise?
Für die gebuchte und bereits bezahlte Pauschalreise gelten unterschiedliche Regelungen, je nachdem, wann die Reise angetreten werden soll.

Thomas Cook Deutschland hat alle bis zum 13. Oktober gebuchten Pauschalreisen abgesagt. Diese könnten aus insolvenzrechtlichen Gründen derzeit nicht angetreten werden, auch wenn sie teilweise oder vollständig bezahlt worden seien. Die betroffenen Gäste sollen so schnell wie möglich informiert werden.

Ob das auch für Reisen gilt, die für Zeiträume nach dem 13.Oktober gebucht wurden, ist derzeit offen. Wir halten Sie hier auf dem laufenden.

2. Von wem erhalten Sie Ihr Geld zurück, wenn die Pauschalreise ausfällt?
Für Pauschalreisen gilt hier grundsätzlich folgendes:

Der Reisepreis ist grundsätzlich abgesichert, so dass zumindest Pauschalreisende vorsichtig optimistisch sein dürfen. Die Insolvenzversicherung ist aus dem Sicherungsschein ersichtlich, den jeder Reisende bei der Reisebuchung ausgehändigt bekommt. Fällt die gebuchte Reise aus, dann bekommen die Urlauber (grundsätzlich) ihr Geld von der Insolvenzversicherung zurück.

Zu beachten ist allerdings, dass für die Erfüllung von Erstattungsansprüchen lediglich 110 Mio Euro zur Verfügung stehen.

Für Thomas Cook zuständig ist die Zurich Insurance plc., Niederlassung Deutschland. Diese hat für die Abwicklung sämtlicher Ersatzansprüche die KAERA AG beauftragt. Die KAERA AG hat die Aufgabe, die Eintrittspflicht und Regulierung der einzelnen Ansprüche zum Insolvenzverfahren der Thomas Cook GmbH bzw. der verbundenen Veranstaltermarken zu prüfen.

Die KAREA AG hat auf ihrer Internetseite ein online Schadensformular eingerichtet, über das die Erstattungsansprüche für die ausgefallene Reise angemeldet werden können.

Auf ihrer Internetseite teilt die KAERA AG allerdings auch folgendes mit:

„Übersteigen die in einem Geschäftsjahr (01.11. – 30.10.) von einem Kundengeldabsicherer insgesamt zu erstattenden Beträge den Höchstbetrag von 110 Mio. EUR, so verringern sich die einzelnen Erstattungsansprüche in dem Verhältnis, in dem ihr Gesamtbetrag zum Höchstbetrag steht. In diesem Fall erhalten Sie eine anteilige Erstattung.“

Das bedeutet im Klartext: Reicht die vorhandene Versicherungssumme zur Befriedigung aller Ansprüche nicht aus, dann erhalten Sie nur eine teilweise Erstattung. 


3. Was passiert mit gebuchten Einzelleistungen, wie z.B . Flügen oder Übernachtungen?
Hierfür gilt die Absicherung über den Sicherungsschein nicht. Denn die Insolvenzabsicherung springt nur für Pauschalurlauber ein. Kunden, die Einzelleistungen gebucht haben, haben allenfalls die Möglichkeit, die entstandenen Kosten zur Insolvenztabelle anzumelden, werden aber aller Wahrscheinlichkeit nach leer ausgehen.

4. Dürfen Hotels am Urlaubsort die Urlauber nochmals zur Kasse bitten?
In den letzten Tagen sind zahlreiche Fälle bekannt geworden, wo Hotels am Urlaubsort von den Reisenden die Übernachtungskosten gefordert haben, obwohl die Urlauber die Reise bereits vor Antritt vollständig bezahlt hatten.

Rein rechtlich gilt folgendes: Die Hotels haben mit den Reisenden keinen Vertrag, sondern ausschließlich mit dem Veranstalter. Bei den Urlaubern können daher keine Ansprüche geltend gemacht werden.

Allerdings behaupteten viele Hotels, dass Thomas Cook oder Tochtergesellschaften die Rechnungen nicht bezahlt hätten, und zwangen die Urlauber vor Ort dazu, nochmals zu bezahlen.

Hier ist folgendes zu beachten:

Es sollten nach Möglichkeit keine Zahlungen vor Ort geleistet werden. Vielmehr sichert der Insolvenzversicherer im Rahmen der gesetzlichen und vertraglichen Verpflichtungen die Übernahme der Kosten für die Beherbergung der Reisenden im Zielgebiet. Entsprechendes gilt auch für die Rückreise.

Reisende im Ausland sollten daher versuchen, über die dt. Botschaft bei der Zurich eine Übernahmeerklärung für die Beherbergungskosten zu erwirken oder die Reise abzubrechen. Denn klar ist: Wenn die Versicherungssumme nicht ausreicht, sehen die Urlauber vor Ort geleistete Zahlungen eben auch nur zum Teil wieder, bleiben also auf dem Rest sitzen. Das kann unter Umständen in die Tausende gehen.

5. Welche Gesellschaften trifft die Insolvenz?
Aktuell haben folgende Tochterunternehmen einen Insolvenzantrag gestellt:
• Thomas Cook GmbH
• Thomas Cook Touristik GmbH
• Bucher Reisen & Öger Tours GmbH
Dies teilt die KAERA AG auf ihrer Internetseite
http://www.kaera-ag.de/geschaeftsfelder/abwicklungsstelle/aktuellesthomascook/index.htm
mit.
Betroffen sind daher auch die weiteren Marken von Thomas Cook, nämlich Neckermann Reisen sowie Air Marin.

Ob noch weitere Gesellschaften betroffen sind, soll laut Thomas Cook in den nächsten Tagen geprüft und in Abstimmung mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter entschieden werden.

Informieren Sie sich gerne regelmäßig auf unserer Homepage über die aktuelle Entwicklung.